Materialkosten im Friseursalon berechnen: einfache Formel für Colorist:innen
Erfahren Sie, wie Colorist:innen und kleine Salons Materialkosten pro Farbservice berechnen, Marge verstehen und Übermischungen besser erkennen können.
Colorist:innen, Selbstständige und kleine Salonteams
12.05.2026, 09:00
Viele Farbservices wirken auf den ersten Blick profitabel. Der Preis steht fest, die Kundin oder der Kunde ist zufrieden und der Termin ist abgeschlossen. Trotzdem bleibt am Ende manchmal weniger Gewinn übrig als gedacht.
Ein häufiger Grund: Materialkosten werden nicht genau genug erfasst.
Gerade bei Colorationen, Balayage, Glossing, Blondierung oder Farbkorrekturen können kleine Mengen schnell einen Unterschied machen. Ein paar Gramm Farbe mehr, etwas zusätzlicher Oxidant, ein Treatment oder Verbrauchsmaterialien wie Handschuhe und Folie wirken einzeln klein, über viele Termine hinweg summiert sich das aber deutlich.



Was zählt zu den Materialkosten?
Zu den Materialkosten gehören alle direkt verwendeten Produkte und Verbrauchsmaterialien, die für einen bestimmten Service eingesetzt werden.
Wichtig ist: Nicht jeder Salon muss jede Kleinigkeit sofort perfekt erfassen. Für den Start reicht es oft, zuerst die wichtigsten Farbprodukte und Add-ons sauber zu dokumentieren.
- Farbe oder Tönung.
- Blondierung.
- Oxidant oder Developer.
- Glossing oder Toner.
- Pflege- oder Bonding-Produkte.
- Chelating, Metal Detox oder Pre-Treatment.
- Folien, Handschuhe oder Einwegmaterialien.
- Shampoo, Conditioner oder Masken, wenn sie direkt zum Service gehören.
Die einfache Formel
Die Grundformel ist: Materialkosten = verwendete Menge × Kosten pro Einheit.
Wenn ein Produkt pro Gramm berechnet wird, sieht das zum Beispiel so aus: 40 g Farbe × 0,18 € = 7,20 €.
Für den gesamten Service werden alle direkten Materialkosten addiert: gesamte Materialkosten = Farbe + Oxidant + Add-ons + Verbrauchsmaterialien.
Danach kann der Bruttogewinn pro Service berechnet werden: Bruttogewinn = Servicepreis − Materialkosten.
Und die Bruttomarge: Bruttomarge % = Bruttogewinn ÷ Servicepreis × 100.
Diese Rechnung ersetzt keine vollständige Salon-Kalkulation mit Miete, Personal, Steuern und Fixkosten. Sie zeigt aber sehr schnell, wie viel vom Servicepreis nach den direkt eingesetzten Materialien übrig bleibt.
Beispiel: Farbservice berechnen
Angenommen, ein Salon berechnet für einen Farbservice 120 €. Die verwendeten Materialien sind 45 g Farbe zu 0,18 € pro g, 70 g Oxidant zu 0,03 € pro g, 25 g Glossing zu 0,20 € pro g, ein Treatment für 3,50 € und Verbrauchsmaterialien pauschal für 1,50 €.
Die gesamten Materialkosten betragen 20,20 €. Bei einem Servicepreis von 120 € ergibt sich ein Bruttogewinn von 99,80 € und eine Bruttomarge von 83,2 %.
Das sieht auf den ersten Blick gut aus. Entscheidend ist aber, ob diese Werte regelmäßig erfasst werden. Wenn Materialkosten nur geschätzt werden, bleiben echte Unterschiede zwischen einzelnen Services oft unsichtbar.
Warum Schätzungen problematisch sind
Viele Colorist:innen wissen aus Erfahrung ungefähr, wie viel Produkt sie benötigen. Das ist wertvoll. Trotzdem entstehen im Alltag typische Fehler.
Das Problem ist selten ein einzelner Termin. Das Problem entsteht über Wiederholung. Wenn bei 30 Farbservices im Monat jeweils nur 2 € Materialkosten nicht korrekt berücksichtigt werden, sind das bereits 60 € pro Monat.
- Es wird etwas mehr angemischt als nötig.
- Reste werden nicht notiert.
- Add-ons werden vergessen.
- Verbrauchsmaterialien werden nicht mitgerechnet.
- Preise werden angepasst, aber Produktkosten bleiben alt.
- Formeln werden beim nächsten Besuch aus Erinnerung rekonstruiert.
Warum übrig gebliebene Mengen wichtig sind
Ein weiterer Punkt ist Übermischung. Damit ist gemeint: Es wird mehr Produkt angemischt, als am Ende tatsächlich benötigt wird.
Ein kleiner Rest nach einem Termin wirkt harmlos. Wenn aber bei ähnlichen Services regelmäßig etwas übrig bleibt, entsteht daraus ein wiederkehrender Kostenfaktor.
Deshalb kann es sinnvoll sein, nicht nur die angemischte Menge zu dokumentieren, sondern auch eine kurze Notiz zu übrig gebliebenen Mengen zu speichern.
Beispiel: angemischt 90 g, übrig geblieben ca. 15 g, Notiz für den nächsten ähnlichen Service: etwas weniger anmischen.
Diese Information muss am Anfang nicht perfekt sein. Schon eine einfache Notiz hilft, wiederkehrende Übermischungen schneller zu erkennen.
Welche Werte sollten Colorist:innen dokumentieren?
Für eine saubere Kalkulation reichen am Anfang wenige Daten: Kundin oder Kunde, Datum des Besuchs, Serviceart, verwendete Produkte, angemischte Menge in Gramm oder ml, optional eine übrig gebliebene Menge oder Notiz, Servicepreis, direkte Materialkosten und Notizen zur Formel und zum Ergebnis.
Diese Informationen helfen nicht nur bei der Kalkulation. Sie machen auch den nächsten Besuch einfacher, weil die Formel nicht neu gesucht oder geschätzt werden muss.
Häufige Fehler bei der Materialkosten-Kalkulation
Ein Produkt wird oft als Packung gekauft, aber im Service nur teilweise verwendet. Wenn eine Farbtube 12 € kostet und 60 g enthält, kostet 1 g genau 0,20 €. Für die Kalkulation ist nicht der Packungspreis entscheidend, sondern der Preis pro verwendeter Einheit.
Oxidant wird ebenfalls oft unterschätzt. Er ist oft günstiger als Farbe, wird aber regelmäßig in größeren Mengen verwendet.
Treatments und Add-ons sollten klar zugeordnet werden. Wenn sie im Service enthalten sind, gehören sie in die Materialkosten. Wenn sie extra berechnet werden, sollten sie als Add-on sichtbar sein.
Wenn regelmäßig zu viel angemischt wird, entstehen stille Verluste. Erst wenn verwendete Mengen, Materialkosten und Servicepreis zusammen betrachtet werden, wird die Marge sichtbar.
Wie MixMind dabei hilft
MixMind wurde für Colorist:innen und kleine Salons entwickelt, die Farbformeln, Kundenbesuche und Materialkosten klarer verwalten möchten.
Statt Formeln, Notizen und Kosten über Papier, Tabellen oder Erinnerung zu verteilen, bündelt MixMind diese Schritte in einem einfachen Workflow.
- Farbformeln speichern und wiederverwenden.
- Kundenbesuche dokumentieren.
- Verwendete Produkte und Mengen erfassen.
- Materialkosten pro Service berechnen.
- Add-ons und direkte Verbrauchskosten ergänzen.
- Marge direkt im Besuch sehen.
- Optional übrig gebliebene Mengen als Notiz speichern.
- Produktverbrauch besser nachvollziehen.
Beispiel: Was MixMind sichtbar macht
Ein Farbservice besteht nicht nur aus dem Endpreis. Entscheidend ist, welche Formel verwendet wurde, welche Produkte angemischt wurden, wie viele Gramm eingeplant waren, welche Add-ons dazu kamen, wie hoch die direkten Materialkosten waren, welche Marge blieb und ob eine übrig gebliebene Menge beim nächsten Termin berücksichtigt werden sollte.
Wenn diese Informationen an einem Ort gespeichert werden, wird der Workflow klarer. Colorist:innen können beim nächsten Besuch schneller nachvollziehen, was funktioniert hat und wo die Kalkulation verbessert werden kann.
Fazit
Materialkosten müssen nicht kompliziert berechnet werden. Schon eine einfache Rechnung pro Service hilft, Preise besser zu verstehen, versteckte Verluste zu erkennen und Farbservices klarer zu kalkulieren.
Wer regelmäßig mit Farbe arbeitet, sollte nicht nur wissen, welche Formel funktioniert, sondern auch, was diese Formel tatsächlich kostet.
MixMind hilft Colorist:innen und kleinen Salons dabei, Farbformeln, Besuche, Materialkosten und optionale Restmengen an einem Ort zu verwalten.
FAQ
Berechnet MixMind automatisch Waste-Analytics?
Nein. MixMind kann eine optionale Restnotiz im Besuch speichern. Es erstellt aktuell keine automatischen Waste-Reports und verändert dadurch nicht automatisch Inventar oder Marge.
Sollte die übrig gebliebene Menge vom Inventar abgezogen werden?
In der Praxis ist die angemischte Menge meist die Inventarbasis, weil der Rest nicht zurück in die Tube geht. Die Restnotiz hilft vor allem beim nächsten ähnlichen Termin.
Ist Bruttomarge schon der echte Salongewinn?
Nein. Die Bruttomarge nach direkten Materialkosten ist nur eine Schicht. Für die volle Kalkulation kommen Arbeitszeit, Miete, Steuern, Kartengebühren und andere Fixkosten dazu.